Rabenschwarzer Sonntag für Schalke
Dieser Spieltag hat das Titelrennen wieder neu eröffnet und könnte Schalke womöglich noch bitter aufstoßen. Mit der Heimpleite gegen Leverkusen offenbaren die Königsblauen einmal mehr, was ihnen noch immer fehlt.
So haben die Schalker beim 0:1 gegen müde Leverkusener nachhaltig den Beweis erbracht, warum ihnen am Ende noch immer das gewisse Etwas fehlt, um schlussendlich ganz oben zu stehen. Gegen eine müde Werkself, die am Donnerstag noch in einer Regenschlacht ihr Weiterkommen im Uefacup gegen Blackburn besiegelte und dabei sichtbar Kräfte ließ, gelang es Schalke nicht den Abwehrriegel sowie einen überragenden René Adler zu bezwingen. Nicht schlimm genug, dass die Gelsenkirchener bereits auf eine beachtliche Zahl an Offensivspielern verletzungsbedingt verzichten müssen, hat ihr Spielmacher Lincoln der Mannschaft mit der roten Karte nach Spielende einen Bärendienst erwiesen und die Mannschaft auf eine harte Probe in den nächsten Wochen gestellt.
Mit dem späten 2:2-Ausgleich der Bremer in M´gladbach haben es die Werderaner versäumt, sich im Titelkampf endgültig zurückzumelden. Zwar gelang den Bremern eine Leistungssteigerung im Vergleich zu den letzten Spielen, doch haben sie hier eine Chance verspielt, den Druck auf Schalke zu erhöhen. Auch für Gladbach ist der Punkt eigentlich zu wenig und hilft ihnen in ihrer Situation nur unwesentlich weiter.
Den 23. Spieltag eröffnete der VFB Stuttgart bereits am Freitag mit einer durchwachsenen Leistung beim 0:0 im Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin. Hierbei konnten die Schwaben nicht wie gewohnt ihren spielstarken Konterfussball aufziehen, sondern mussten sich am Ende eingestehen, keine geeigneten Mittel gegen das massiven Abwehrbollwerk der Hertha gefunden zu haben. Mit dieser Punkteteilung treten beide Teams auf der Stelle.
Im Spiel zwischen Hannover und Dortmund gelang den 96ern ein beachtlicher 4:2-Erfolg, der ihnen weiter Rückenwind im Kampf um die internationalen Plätze geben wird. Mit nunmehr drei Punkten Rückstand auf einen UefaCup-Platz kann man die Niedersachsen getrost als Mannschaft der Stunde bezeichnen, während es dem BVB einfach nicht gelingt konstant zu punkten und man sich allmählich auch mit den tieferen Gefilden in der Tabelle beschäftigen sollte.
In eben jenen Gefilden haben sich die Kräfteverhältnisse nicht zuletzt mit dem Aufschwung der Mainzer erkennbar verschoben, die mit einem 2:1-Heimerfolg über die Überflieger aus Nürnberg etwas Luft zwischen sich und die ungeliebten Abstiegsränge schaffen konnten. In dieser Form sind die Mainzer nur äußerst schwer zu schlagen und haben es tatsächlich geschafft mit der Rückkehr von Zidan die schwerwiegenden Abgänge von da Silva, Thurk und Auer kompensieren zu können.
Die Bayern haben mit dem 2:1-Pflichtsieg über den VFL Wolfsburg ihre ansteigende Form vom Dienstag bestätigt und die Stimmen werden lauter, dass mit ihnen in naher Zukunft wohl wieder zu rechnen sein wird. Die Wölfe hingegen trennen nunmehr gerade mal noch zwei Punkte von einem Abstiegsplatz zumal die Konkurrenz hinter ihnen weiter Boden gut macht.
Hierbei sind vor allem die Hamburger zu nennen, die mit ihrem zwar nicht überzeugenden aber erfolgreichen Fußball derzeit eifrig Punkte sammeln und sich mit dem 3:1 über weiterhin schwache Frankfurter bereits an das Mittelfeld herangearbeitet haben. Jene Frankfurter finden sich nach einer Serie unzulänglicher Spiele auf einem Abstiegsplatz wieder und sollten sich schleunigst, am besten mit einem Sieg im Pokalspiel am kommenden Dienstag im Derby gegen Offenbach, dringend benötigtes Selbstvertrauen zurückholen. Denn der momentane Fußball der Hessen lässt Bundesligatauglichkeit über weite Strecken vermissen.
Auch die „graue Maus“ aus Cottbus hat sich mit einem 2:1-Heimerfolg über erschreckend abschlussschwache Bielefelder wieder etwas erholt und gezeigt, dass in der Lausitz bis zum bitteren Ende um den Klassenerhalt gekämpft werden wird. Dagegen muss sich Bielefeld zunehmend darauf einstellen, in Kürze ernsthafte Schwierigkeiten zu bekommen, im Kampf um den Verbleib in der Liga noch Ansprüche stellen zu können. Man könnte meinen mit dem Abgang von Trainer von Heesen haben sich auch die Chancen im nächsten Jahr erneut in der 1.Liga zu spielen, auf ein Minimum reduziert.
Eine gerechte Punkteteilung gab es dagegen beim 2:2 im packenden Duell zwischen den Bochumern und Alemannia Aachen. Zwar bringt dieser Punkt beiden Mannschaften ihrem Ziel Klassenerhalt nicht unbedingt weiter, aber man konnte erkennen, dass sich hier zwei Teams gegenüber standen, die bis zuletzt an sich glauben werden. Die Ergebnisse festigen die Erkenntnis wie brisant der Abstiegskampf in diesem Jahr bleiben wird und wie schnell sich bei diesem Tabellenbild die Vorzeichen doch immer wieder ändern.




